Über den Irrtum zur Lösung

Wir haben im Zusammenhang mit unseren steigenden Ansprüchen an unsere Arbeitsleistung längst schon den Boden und das Ziel aus den Augen verloren. Lange geplante Zielvorgaben können unter diesen Arbeitsbedingungen nicht erreicht werden. Zu groß ist unsere Angst vor Fehlern, die uns aus dem Weg kippen könnten.

Wir engen uns durch Sicherheitsstufen immer weiter ein und lassen uns dadurch viel Handlungsspielraum nehmen. Das hat zur Folge, dass wir jede Menge an Schöpferkraft verlieren und die Freude an der Arbeit stark darunter leidet.

Arbeiten im künstlerischen, gestalterischen und kreativen Bereich braucht zur Entwicklung des Zieles den Fehler. Ich kann nur durch Irrtum zur Lösung kommen. Ich muss den Fehler aber auch erkennen und ihn als nützlichen Begleiter sehen. So fordere ich meine Schüler immer wieder auf, den Fehler als Partner auf der Suche nach Lösungsmöglichkeiten zu sehen. Ein Fehler ist also nicht nur ein Missgeschick sondern er markiert einen Wendepunkt. Das kurze Verweilen am Umkehrpunkt liefert die Rückblende an der man den Entwicklungsweg betrachtend sich dem Ziel neu zuwendet. Die innere Glut beginnt wieder zu pulsieren und ich erobere neues Terrain. 

Raum für Kreativität schaffen

… dafür steht die „art didacta Innsbruck“. Seit mehr als 40 Jahren bietet die internationale Sommerakademie für bildende Kunst Kunstschaffenden die Möglichkeit zu einer fundierten Aus- und Weiterbildung durch international anerkannte DozentInnen. Sie ist ein fester Bestandteil des sommerlichen Kulturangebots in Innsbruck.

Mit der Idee „Vor uns liegt die Zukunft, die es zu erhellen gilt“ treffen sich 200 Kunstbegeisterte aus ganz Europa in 21 Klassen, bereit ihr künstlerisches Potenzial unter professioneller Anleitung auszuweiten. Auch heuer haben Michael Defner und sein Team wieder ein vielfältiges Programm zusammengestellt mit dem Ziel den TeilnehmerInnen neue Türen zu öffnen. Experimentelles Arbeiten steht im Fokus des Angebots. Es reicht etwa von ‚Experimentellem Gestalten‘ über ‚Malen als Experiment‘ bis hin zu ‘Experimenteller chinesischer Tuschemalerei‘. Es zeigt ‚Was Farbe alles kann‘ oder fragt nach ‚Dem urbanen Menschen‘.

Die „art didacta“ bietet ihren StudentInnen nicht nur die Möglichkeit verschiedenste Techniken in kurzer Zeit zu meistern, sie schafft auch Begegnungsräume zum Austausch – Freiräume also nicht nur für die individuelle Kreativität, sondern auch sich gegenseitig zu fordern. Innsbruck bildet dafür den Rahmen, den physischen Grund und Boden – ich hoffe aber, dass unsere Stadt selbst auch als Quelle der Inspiration dient. Ich wünsche allen TeilnehmerInnen und DozentInnen ein frohes Schaffen – auch in Zukunft!

Georg Willi
Bürgermeister der Landeshauptstadt Innsbruck

(Foto: Christian Forcher)

 

Die art didacta bietet heuer bereits zum 41. Mal ein umfassendes Kursangebot im Bereich der bildenden Kunst, das kontinuierlich erweitert wird. Die große Zahl der TeilnehmerInnen ist eine klare Bestätigung für den Erfolg der art didacta, spiegelt diese doch vor allem die zunehmende Popularität der zeitgenössischen bildenden Kunst wider.

Im Rahmen der  Internationalen Sommerakademie kommen renommierte KünstlerInnen aus allen Teilen der Welt zum Unterrichten und Arbeiten zusammen. Sie sorgen mit ihren unterschiedlichen kulturellen Hintergründen für eine fundierte Aus- und Weiterbildung der TeilnehmerInnen, zeigen ihnen neue künstlerische Perspektiven auf, fordern und unterstützen sie, ihre persönlichen Stärken auszubauen. Vom 6. bis zum 12. Juli 2019 bietet die Sommerakademie den rund 200 Teilnehmenden aus ganz Europa aber nicht nur die Gelegenheit, ihr Können zu erweitern und sich zu entfalten, sondern auch zum gegenseitigen Austauschen und Vernetzen. So wird sie wie in den Jahren zuvor eine große Bereicherung für alle Interessierten sein, die sich näher mit den verschiedenen Ausdrucksformen der bildenden Kunst befassen. „Die Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar“, so der deutsche Maler und Künstler Paul Klee (1879-1940). Für das Kulturland Tirol ist die art didacta durch ihre internationale Ausrichtung von besonderer Bedeutung, denn sie schafft Raum für neue Entwicklungen im künstlerischen Bereich, fördert den Dialog zwischen den KünstlerInnen untereinander und dem Publikum und zeigt den hohen Stellenwert künstlerischen Schaffens für die Weiterentwicklung unserer Gesellschaft auf.  Mein Dank gilt dem langjährigen Leiter der art didacta Michael Defner  sowie seinem Team für das große Engagement und ich wünsche allen an der 41. Sommerakademie für bildende Kunst Beteiligten einen produktiven, inspirierenden Aufenthalt in der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck!

Dr. Beate Palfrader
Landesrätin für Bildung, Kultur, Arbeit und Wohnen

(Foto: Tanja Cammerlander)

Intention

Das Äquivalent zu Ausbildungsstätten der bildenden Kunst, Musik und Theater wie Fachhochschulen und Kunstakademien. Die Lehrinhalte werden - bedingt durch die Reduktion des Zeitraumes - äußerst komprimiert und konzentriert dargeboten.
Persönlichkeiten mit exzeptionellen Fähigkeiten im Bereich der Gestaltung und der Didaktik lehren an dieser kreativen Komunikationsstätte für bildende Kunst.
Die überregionale Relevanz der Lehrbeauftragten ge­währleistet den Inskribierten höchstes Niveau in der Ausbildung.

Patronanz

Landesrätin Dr.in Beate Palfrader
Landesrätin für Bildung, Familie und Kultur

Georg Willi
Bürgermeister der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck