Bruchkante

Wenn man schon im ersten Satz nicht umhin kommt die zwei Worte „Corona“ und „Krise“ zu schreiben muss man doch etwas dagegen tun.

Die Organisation der art didacta will sich bewusst gegen den Zeitfrust stellen und mit der Austragung der Sommerakademie ein kräftiges und wirksames Zeichen gegen die oft zitiert - herrschende Verzweiflung und Perspektivlosigkeit - stellen.

So stellen wir der steigenden Ungedulds-Kurve das umfangreiche Programm der art didacta entgegen. In sicherer Umgebung an der Weiterbildung im künstlerischen Bereich zu arbeiten, zu studieren und zu forschen gibt den gewünschten Freiraum den wir zur Entwicklung der eigenen gestaltenden Position erreichen wollen.

Im Anschluss an eine Krise kommt es zu teilweise grundsätzlichen Ideen- und Bedeutungsverschiebungen im persönlichen Umfeld, deren Bewältigung eine kräftige Herausforderung darstellt. Festgefügtes Wissen kommt an eine Bruchkante, deren Schärfe und Härte herausfordernde Fragen stellt. Fragestellungen die durch Selbstreflexion alles bisher locker Angewandte einer Neuentwicklung unterwerfen und sich Technik und Gestaltungsgrundlagen neu bewähren müssen. Hier findet der künstlerische Dialog im Zentrum der Bild- und Formwelten viel Nahrung und verkettet sich mit Erlebtem zu einem aufbrechenden schöpferischen Prozess.

Eine Bruchkante und die Wiederbelebung der produktiven, kreativen Arbeit im Kreise einer Gemeinschaft stellt nach der langen Zeit des Alleingelassen Werdens herausfordernde Fragen an die spontane Entwicklung neuer Formensprachen. Ungeplantes, impulsives Entwickeln der neu erfahrenen Lebensgeschichte, formt mit der Erfahrung und Problemlösungsvermittlung erfahrener Künstlerinnen und Künstlern den Pfad, auf dessen klärenden „Fügeweg“ es gelingen wird.

»Die Seele musiziert, indem sie zeichnet, ein Stück von ihrem innersten Wesen heraus.« (Johann Wolfgang von Goethe)

Vom 10. bis 16. Juli 2021 bietet die 43. Internationale Sommerakademie für bildende Kunst art didacta Innsbruck wieder passionierten Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit sich weiterzubilden. Unterstützt durch internationale DozentInnen – wahre MeisterInnen ihres Fachs – können sie so neue Techniken erlernen oder bereits bestehendes Können perfektionieren und damit die nötige Leichtigkeit im Tun gewinnen, die ihre Kunst erst zum „Erklingen“ bringt.

„Das Mystische in der Malerei“, „Nude in Progress“, „Stilleben metaphorisch umgestalten“ oder „Was Farbe alles kann“ – schon die Titel der 21 Klassen der art didacta machen Lust zum Mittun, zum Sich-Ausprobieren, sie machen aber auch vor allem neugierig auf die Kunstwerke, die in diesen Tagen entstehen. Die art didacta stellt nicht nur eine Bereicherung für die teilnehmenden bildenden KünstlerInnen dar. Das gewonnene Können, die Inspiration durch den Austausch mit anderen Kunstbegeisterten bringen neue Kunstwerke hervor. Kunstwerke mit Resonanz, die auch die Seele des reinen Betrachters, der Kunstliebhaberin zum Mitschwingen, zum Tanzen bringen.

Dafür möchte ich den OrganisatorInnen der Sommerakademie rund um Michael Defner danken und allen erfolgreiches Schaffen wünschen.

Bringt mit Eurer Kunst unsere Seelen zum Singen!

Georg Willi
Bürgermeister der Landeshauptstadt Innsbruck

(Foto: Christian Forcher)

»Kunst hat nichts mit der praktischen Seite des Broterwerbs zu tun. Es geht darum, ein erfüllteres menschliches Leben zu leben.« (Henry Moore)

Das Zitat des britischen Bildhauers Henry Moore spendet in Zeiten wie diesen Mut und Hoffnung. In diesem Sinne findet auch die diesjährige Internationale Sommerakademie für bildende Kunst art didacta vom 10. bis 16. Juli statt.

Die 43. Ausgabe bietet Kunstinteressierten ein buntes Potpourri an verschiedenen Darstellungsformen von Zeichnen und Malen über Graphik und Bildhauerei bis hin zu Fotografie und Drucktechnik. Klassenübergreifend und als meditative Einstimmung für die musischen Stunden findet jeden Morgen ein Tai Chi-Kurs statt.

Die art didacta nimmt dieses Jahr eine besonders wertvolle Position ein, indem sie nach Monaten der Einschränkung und Isolierung dem Dialog zwischen den KünstlerInnen untereinander und mit dem Publikum Raum gibt und dadurch wieder neue Entwicklungen im künstlerischen Bereich anstößt. Mein Dank gilt dem Organisationsteam rund um Michael und Beate Defner – ihnen ist es trotz der widrigen Umstände gelungen, ein spannendes Programm mit hochkarätigen Lehrenden auf die Beine zu stellen.

Ich wünsche allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern anregende und kreative Stunden im Rahmen der art didacta 2021!

Dr. Beate Palfrader
Landesrätin für Bildung, Kultur, Arbeit und Wohnen

(Foto: Tanja Cammerlander)

Intention

Das Äquivalent zu Ausbildungsstätten der bildenden Kunst, Musik und Theater wie Fachhochschulen und Kunstakademien. Die Lehrinhalte werden - bedingt durch die Reduktion des Zeitraumes - äußerst komprimiert und konzentriert dargeboten.
Persönlichkeiten mit exzeptionellen Fähigkeiten im Bereich der Gestaltung und der Didaktik lehren an dieser kreativen Komunikationsstätte für bildende Kunst.
Die überregionale Relevanz der Lehrbeauftragten ge­währleistet den Inskribierten höchstes Niveau in der Ausbildung.

Patronanz

Landesrätin Dr.in Beate Palfrader
Landesrätin für Bildung, Familie und Kultur

Georg Willi
Bürgermeister der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck